
War für Sie schon früh klar, dass Sie einmal in den Familienbetrieb einsteigen würden?
Tatsächlich ja. Zumindest war das Handwerk schon immer ein großer Teil meines Lebens. Ich bin praktisch in der Firma aufgewachsen. Schon als Kind habe ich miterlebt, was es bedeutet, in einem Handwerksbetrieb mitzuarbeiten. Ich habe gesehen, mit wie viel Leidenschaft, Verantwortung und auch Herzblut meine Familie den Betrieb geführt hat. Dadurch entwickelt man früh ein Gefühl dafür, was hinter einem solchen Unternehmen steckt.
Was hat Sie persönlich an diesem Beruf begeistert?
Mich hat schon immer fasziniert, dass man am Ende des Tages sieht, was man geschaffen hat. Im SHK-Handwerk arbeitet man sehr vielseitig, man verbindet Technik, handwerkliches Können und den direkten Kontakt mit Menschen. Ob moderne Heizungstechnik, Badezimmergestaltung oder nachhaltige Energielösungen: Man schafft etwas Bleibendes und verbessert gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen. Genau das macht den Beruf für mich so besonders.
Warum war Ihnen der Weg über Ausbildung und Meisterschule wichtig?
Für mich war klar, wenn ich Verantwortung übernehmen möchte, dann möchte ich das von Grund auf lernen. Deshalb war mir wichtig, zunächst selbst praktisch im Beruf zu arbeiten. Nach meiner Ausbildung zum SHK-Anlagenmechaniker habe ich die Meisterschule besucht und die Prüfung als Installatuer- und Heizungsbaumeister vor der Handwerkskammer Stuttgart abgelegt.
Diese Zeit war intensiv, aber unglaublich wertvoll. Man lernt nicht nur fachlich viel dazu, sondern entwickelt auch ein ganz anderes Verständnis für Verantwortung, Organisation und Mitarbeiterführung.
Viele junge Menschen schrecken aktuell vor dem Unternehmertum zurück. Warum hatten Sie trotzdem den Mut, in die Firma einzusteigen?
Natürlich macht man sich Gedanken. Die wirtschaftliche Situation ist anspruchsvoll und der Facharbeitermangel betrifft unsere Branche stark. Aber genau deshalb braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen und nach vorne schauen.
Ich sehe im Handwerk enorme Chancen – besonders im Bereich Energie, Modernisierung und nachhaltigem Wohnen. Unser Beruf wird auch in Zukunft unverzichtbar sein.
Und ehrlich gesagt: Für mich war es nie nur eine „Firma“. Es ist ein Familienbetrieb mit Geschichte, mit Mitarbeitern, die teilweise seit Jahrzehnten dazugehören und mit Kunden, die uns schon über Generationen vertrauen. Dieses Vertrauen weiterzuführen, war für mich eher Motivation als Risiko. Tradition verpflichtet.
Was bedeutet es Ihnen persönlich, die Firma nun in vierter Generation weiterzuführen?
Sehr viel. Ich empfinde das als große Ehre, aber auch als Verantwortung. Mein Ziel ist es, die Tradition des Unternehmens zu bewahren und gleichzeitig modernere Wege zu gehen.
Das Handwerk entwickelt sich ständig weiter – Digitalisierung, neue Heizsysteme, nachhaltige Energiekonzepte. Diese Verbindung aus Tradition und Zukunft finde ich spannend.
Welche Werte sind Ihnen in der täglichen Arbeit besonders wichtig?
Ehrlichkeit, Qualität und Verlässlichkeit. Das waren schon immer die Werte unserer Familie und genau dafür steht die Rebmann GmbH seit 1928.
Außerdem ist mir der respektvolle Umgang im Team sehr wichtig. Ein Handwerksbetrieb funktioniert nur gemeinsam. Gute Mitarbeiter sind das Herzstück eines Unternehmens.
Es macht mich stolz, dass unsere Firma viele langjährige Mitarbeiter hat. Teilweise sogar mit über 40 Jahren Betriebszugehörigkeit. Es ist von großem Wert, sich auf so ein Team verlassen zu können, und es macht jeden Tag aufs Neue Freude, genau Das gemeinsam zu erleben und zu gestalten. Dafür kann ich nur Danke sagen.
Was würden Sie jungen Menschen sagen, die überlegen, einen handwerklichen Beruf zu erlernen?
Dass das Handwerk viel moderner und vielseitiger ist, als viele denken. Man arbeitet mit Menschen, mit Technik und mit echten Zukunftsthemen.
Außerdem bietet das Handwerk unglaublich viele Möglichkeiten zur Weiterbildung und Selbstverwirklichung. Wer motiviert ist und gerne praktisch arbeitet kann hier sehr viel erreichen.
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