
Was bedeutet es Ihnen persönlich, die Rebmann GmbH als Familienunternehmen zu führen?
Sehr viel. Ein Familienunternehmen über Generationen weiterzuführen, ist eine große Verantwortung. Unsere Kunden vertrauen uns seit Jahrzehnten – dieses Vertrauen muss man sich jeden Tag neu verdienen. Tradition verpflichtet eben nicht nur dazu, die Geschichte zu bewahren, sondern auch Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Besonders stolz macht mich, dass mein Sohn Pascal ebenfalls diesen Berufsweg gewählt hat. Er hat die Ausbildung im SHK-Handwerk absolviert, anschließend erfolgreich die Meisterprüfung abgelegt und führt nun das Familienunternehmen in vierter Generation mit weiter. Zu sehen, dass die nächste Generation dieselbe Leidenschaft für das Handwerk entwickelt, bedeutet mir persönlich sehr viel.
Warum ist Ihnen die Meisterqualifikation im Handwerk so wichtig?
Weil unser Beruf mit enormer Verantwortung verbunden ist. Viele unterschätzen, wie sensibel unsere Arbeit eigentlich ist. Gerade bei Trinkwasserinstallationen oder Gasversorgungsanlagen darf es keine Fehler geben. Trinkwasser ist unser wertvollstes Lebensmittel. Unsachgemäße Installationen können gesundheitliche Folgen haben. Und bei Gasanlagen ist oberste Vorsicht geboten – hier geht es um Sicherheit für Menschen und Gebäude. Deshalb braucht es fundiertes Fachwissen, Erfahrung und eine qualifizierte Ausbildung. Der Meistertitel steht nicht nur für handwerkliches Können, sondern auch für Verantwortung, Qualität und Sicherheit.
Trotzdem bieten heute viele Menschen handwerkliche Leistungen ohne entsprechende Qualifikation an. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Kritisch. Natürlich gibt es talentierte Menschen, aber Fachwissen ersetzt man nicht durch ein Video im Internet. Unsere Branche unterliegt klaren technischen Regeln und gesetzlichen Vorgaben – und das aus gutem Grund. Kunden sollten genau darauf achten, wem sie ihr Zuhause anvertrauen.
Hat sich das Handwerk in den letzten Jahren verändert?
Sehr stark sogar. Früher ging es hauptsächlich um klassische Installationstechnik. Heute beschäftigen wir uns zusätzlich mit Energieeffizienz, modernen Heizsystemen, erneuerbaren Energien und intelligenter Gebäudetechnik. Das Handwerk ist technisch anspruchsvoller und vielseitiger geworden. Deshalb ist Weiterbildung heute wichtiger denn je.
Viele junge Menschen zieht es eher in akademische Berufe. Wird das Handwerk unterschätzt?
Teilweise schon. Dabei bietet das Handwerk enorme Chancen. Man übernimmt früh Verantwortung, arbeitet praktisch und sieht jeden Tag Ergebnisse seiner Arbeit. Außerdem sind unsere Berufe krisensicher und unglaublich wichtig für die Zukunft – besonders im Bereich Energie und Nachhaltigkeit.
Was macht für Sie einen guten Handwerker aus?
Fachwissen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Ein guter Handwerker arbeitet sauber, ehrlich und gewissenhaft. Gerade in unserem Beruf spielt Vertrauen eine große Rolle, weil wir direkt im Zuhause der Menschen arbeiten.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Handwerks?
Mehr Wertschätzung für qualifizierte Handwerksarbeit und mehr junge Menschen, die diesen Weg gehen. Das Handwerk ist modern, vielseitig und unverzichtbar für unsere Gesellschaft. Ohne Handwerk funktioniert nichts.
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